Vera Tüns
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"An die Liebe"
"Junge Knigin I Diptychon (1/2)"

Die junge Knigin
betrachtet ihre gleien Schuh.
Sie geht mit Unruh durch die Sle
mit weien Wangen den langen Tag,
und nichts vermag sie zu vershnen.
Ihr Leben scheint ihr schon vergangen,
ihr Lcheln und der Jugend Verlangen.
Hofdamen und Hofherrn gehen
im Schweigen ihr nach,
durch alle Tren die offen stehen.
Auf glatten Dielen spren
sie Windhauch von Schatten
unsichtbaren Reigen.
Im Dielenholze ertnen von Geigen seufzende Weisen,
von leisen Geigen, die Keiner sieht,
die wie unter Schmerzen aufsthnen.

Nachts gucken die Lichter der Kerzen und des Mondes zu
wie Gesichter die zucken.
Die junge Knigin geht aber ohne Ruh,
bis ihre Augen einmal Alain trafen,
des Hofes Dichter im blauen Mondschein eingeschlafen am Altan.
Die Knigin sieht nicht, da gar nicht schn, fast hlich der Sngersmann.
Die Knigin stund und beugt sich und kt des Schlafenden Mund.
und das Gefolge sieht's mit an, entsetzt.
Keiner sich ihr Gelste erklren kann.
"Ich kte den Mund der mir wohlgetan,
mit schnsten Worten, mit tugendhaften, klug erkoren,
kein Mund in meinem Knigreich

Tats diesem schlafenden Munde gleich.
Doch wer eines Dichters Seele kt, der stirbt daran.
Schaudernd fhlt sich Unsterblichkeit fr sterbliche und ttlich an.
Wie hlich Herrn und Damen Euer Lcheln ist!
Mein Leben, ach Gottlob, da Du nur sterblich bist!"
Die junge, junge Knigin,
sie spricht es hin.
Starb und lag lchelnd bleich,
und tot schien sie die Glcklichste im Knigreich.



Weitere Informationen
Das Diptychon entstand anlsslich der Ausstellung Meine Knigin 29. 4.-28.5.2007. Siehe hierzu auch Auszug aus der Ansprache von Dr. Elisabeth Geschwind unter Echo/Ansprachen auf dieser Homepage

Informationen
Maße 80 x 30 cm
Technik Tinte, Gouache auf Papier
Verkauft!
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